Verfasst von: Thomas Langenberg Am: Juli 20, 2011
Techcrunch hat gestern einen Artikel über einen neuen Deal zwischen Facebook und American Express bezüglich einer neuen New Deals Plattform gepostet. Eindeutig ein Schlag gegen Groupon, LivingSocial, Google, Foursquare, VISA und Mastercard. Aus meiner Sicht eine (auszugsweise) Übersetzung ins Deutsche wert!
Auf der neuen Plattform können Händler Deals auf Nutzer von American Express Karten abzielen. Initiale Partner sind H&M, Sports Authority, Dunkin’ Donuts, Sheraton, Westin, Travelocity and Celebrity Cruises. Obwohl der Fokus große nationale Brands sind, handelt es sich um eine Selbstbedienungsplattform, die auch auf die Bedürfnisse kleiner Unternehmen passt. Es handelt sich also um eine ernstzunehmende Bedrohung gegen über Groupon, Living Social, Google Offers und andere Plattformen für Daily Deals.
Die Plattform deckt beides ab, einmalige Angebote und Treueangebote. Einige Beispiele sind:
Die Angebote orientieren sich am kürzlichen Deal zwischen Foursquare und American Express. Man verbindet eine American Express Karte mit seinem Facebook Konto, wählt ein Angebot aus, um es auf seine Karte zu laden und zahlt dann mit seiner AMEX Karte. Erfüllt man die Kriterien des Angebots, bekommt man den Rabatt auf die Karte gebucht. Dies ist ein großer Vorteil für Händler: Es ist kein Training der Belegschaft notwendig – Training ist ein großer Bremsblock für Kampagnen dieser Art. Kürzlich verbrachte ich 30 Minuten bei Radio Shack, um ein Foursquare Angebot einzulösen. Ein unerfreuliches Erlebnis für den Konsumenten und den Händler.
Auch für den Händler ergeben sich aus der neuen Zusammenarbeit zusätzliche Vorteile gegenüber Groupon, Google Offers und Living Social: Denn über Amex können Kunden nicht nur grob lokal segmentiert werden, sondern Händler können Kunden, die in ihrem Handelsgebiet sind, gezielt ansprechen. Somit vermeidet man hohe Discounts an Kunden, die wohl nicht zum vollen Preis wiederkehren werden.
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Die AMEX Plattform zeigt einen großen Unterschied im Geschäftsmodell. Groupon und andere Daily Deal Plattformen müssen Geld über einen einmaligen Deal mit dem Händler verdienen. Deshalb machen sie, aus meiner Sicht, viele schlechte Deals. AMEX zielt auf eine langfristige Beziehung mit dem Händler an – die sich über die Zeit auszahlt. AMEX zieht hier drei große Pluspunkte: Es bezieht Traffic über sein existierendes Händlernetzwerk und die neue Plattform regt neue Händler dazu an, AMEX zu nutzen. Der größte Pluspunkt aber ist: AMEX verlangt keine 50% Provision pro Deal vom Händler, wie Groupon es tut. AMEX verlangt 0% vom aktuellen Deal und erzielt seinen Umsatz über normale Transaktionsgebühren.
Die größte offene Frage ist wie viel Marketing Aufwand AMEX und Facebook dahinter stellen werden. Die Plattform hat das Potenzial ein ernsthafter Wettbewerber gegenüber Groupon zu werden. Aber es braucht Marketingkraft dahinter. Wenn sie das nicht stemmen, ist die Neuigkeit lediglich eine weitere Produktankündigung einer großen Firma.
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Der zweite große Verlierer ist foursquare. Denn die Ankündigung deckt sich ziemlich stark mit der Ankündigung von American Express. Nur dass in diesem Fall 750 Millionen Nutzer dahinter stehen.